<p>{"id":203,"date":"2026-05-27T20:59:00","date_gmt":"2026-05-27T20:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/praxis.systemische-praxis-hd.de\/?p=203"},"modified":"2026-06-02T00:50:01","modified_gmt":"2026-06-02T00:50:01","slug":"stress","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/systemische-praxis-hd.de\/en\/stress\/","title":{"rendered":"</p><p>Stress<\/p>"},"content":{"rendered":"</p><p><\/p></p><div style='\"height:100px\"' aria-hidden='\"true\"' class='\"wp-block-spacer\"'><\/div><p>Beim Stress h\u00f6rt der Spa\u00df auf, so viel ist klar \u2013 Oder..?<\/p></p><p>Stress ist heutzutage in aller Munde: Kinder haben Schulstress, Arbeitnehmer leiden unter stressbedingtem Burnout, R\u00fcckenschmerzen oder anderen psychosomatischen Erkrankungen, und der sog. \u201eStresstest\u201c ist seit der Bankenkrise und der Wahl zum Wort des Jahres 2011 nicht mehr aus dem deutschen Sprachgebrauch wegzudenken. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter dem Ph\u00e4nomen Stress und wie kann ein gesunder Umgang damit gefunden werden, der uns erlaubt, ihn (wenn schon) eher positiv als negativ zu erleben?<\/p></p><p>Je nachdem, im Rahmen welcher wissenschaftlichen Disziplin man sich mit dem Thema befasst, existieren unterschiedliche Definitionen. Aber selbst innerhalb der Psychologie konnte man sich bis heute nicht auf eine einheitliche Begriffsbestimmung f\u00fcr \u201eStress\u201c einigen. Hieran wird bereits im Ansatz erkennbar, wie knifflig die Thematik ist.<\/p></p><p><\/p></p><h3 class='\"wp-block-heading\"'>Was bedeutet das \u00fcberhaupt, \u201eStress\u201c?<\/h3></h3><p>Nimmt man Bezug auf die bio-psycho-soziale Seite von Stress, so lassen sich die unterschiedlichen stressbezogenen Vorg\u00e4nge und Auswirkungen gewisserma\u00dfen bereits von der lateinischen Wortherkunft, dem Verb <em>stringere<\/em> ableiten: Es bedeutet sowohl \u201estraff anziehen\u201c als auch \u201eabstreifen\u201c, \u201ez\u00fccken\u201c (z.B. eine Waffe), \u201ean etwas grenzen\u201c oder auch \u201eleicht verwunden\u201c. Bezogen auf die tats\u00e4chlichen Vorg\u00e4nge im menschlichen (oder tierischen) Organismus hei\u00dft das de facto, dass einschneidende Erlebnisse und gewisse Grenz- oder Extremsituationen uns in einen Zustand der Anspannung versetzen, der uns kampfbereit macht und auf der anderen Seite normale Abl\u00e4ufe des K\u00f6rpers und des Geistes einschr\u00e4nkt bzw. reduziert.<\/p><p>Evolution\u00e4r betrachtet sicherten die Neurotransmitter <em>Adrenalin<\/em> und <em>Noradrenalin<\/em> unseren Vorfahren das \u00dcberleben, indem sie in Momenten gro\u00dfer Gefahr daf\u00fcr sorgten, dass s\u00e4mtliche K\u00f6rperfunktionen, die nicht unmittelbar f\u00fcr Kampf oder Flucht notwendig waren, auf ein Minimum zur\u00fcckgefahren und daf\u00fcr die sofort ben\u00f6tigten, wie etwa ein erh\u00f6hter Muskeltonus, maximiert wurden. Auf diese Weise verblieben eher diejenigen Individuen im Gen-Pool der Menschheit, deren Risiko-Alarm-System besonders effektiv arbeitete \u2013 und erhielten so, im Gegensatz zu vielen ihrer eher tiefenentspannten Artgenossen, die Gelegenheit, sich fortzupflanzen und ihren stressanf\u00e4lligen Gen-Code an ihre Nachkommen weiterzugeben.<\/p><p>Gleichzeitig sind die beiden genannten Stresshormone aber auch in verschiedenerlei Hinsicht mit sog. Gl\u00fcckshormonen wie Serotonin, Dopamin und Endorphinen verbunden. Dass Stress und Gl\u00fcck also eng zusammenh\u00e4ngen \u2013 Wer h\u00e4tte es gedacht?\u00a0<\/p></p><p><\/p></p><h3 class='\"wp-block-heading\"'>Ist Stress immer gleich Stress?<\/h3></h3><p>Wenn wir im Alltag \u00fcber Stress sprechen, so bezeichnen wir damit in aller Regel ein unsch\u00f6nes Erleben, etwas, das uns in unserem Wohlbefinden beeintr\u00e4chtigt und was wir lieber nicht h\u00e4tten. Dass Kaffee- und Alkoholkonsum, das Anschauen von Abenteuer- oder Horrorfilmen, das Spielen bestimmter Computerspiele, Achterbahnfahrten, Bungee-Jumping oder gar Verliebtsein rein physiologisch betrachtet prinzipiell die gleichen Effekte hat wie Pr\u00fcfungsstress, Termindruck oder Lampenfieber, ist den Wenigsten bewusst. Dennoch empfinden wir in Situationen der erstgenannten Kategorie den positiven <em>Eustress<\/em> (griechisch <em>eu<\/em> = gut), in den anderen hingegen negativen <em>Disstress<\/em> (griechisch <em>dys<\/em> = schlecht), der l\u00e4ngerfristig sogar krank machen kann. Wenn die zugrundliegenden biochemischen Prozesse aber genau die gleichen sind, wie kommt es dann, dass wir nach dem einen streben, es als angenehm erleben, w\u00e4hrend wir das andere ablehnen und zu vermeiden suchen?<\/p><p><\/p></p><h3 class='\"wp-block-heading\"'>Was macht den Unterschied zwischen Eustress und Disstress?<\/h3></h3><p>Inzwischen gibt es eine ganze Reihe an wissenschaftlichen Belegen, die darauf hindeuten, dass es tats\u00e4chlich in erster Linie die eigene kognitive Bewertung ist, welche dar\u00fcber entscheidet, ob Stress emotional als positiv oder negativ erlebt wird. Dies gilt sowohl im Hinblick auf singul\u00e4re Ereignisse als auch bezogen auf Stress im Allgemeinen. K\u00f6rperlich gibt es erst einmal keinen Unterschied zwischen einer Panik- und einer Spa\u00dfreaktion. Ob wir in Momenten, in denen die entsprechenden physiologischen Prozesse ablaufen, emotional Freude oder Furcht erleben, h\u00e4ngt damit zusammen, wie wir die Situation insgesamt einstufen. Mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug zu springen kann f\u00fcr eine Person ein erf\u00fcllendes Ereignis sein, f\u00fcr den sie bereit ist, viel Geld zu bezahlen, f\u00fcr eine andere ein Alptraum, dessen Inhalt schon als Vorstellungsbild den Angstschwei\u00df auf die Stirn treibt.<\/p></p><p>Zwei Faktoren, die in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle zu spielen scheinen, sind die der Berechenbarkeit und des sog. Selbstwirksamkeitserlebens. Ein gutes Beispiel l\u00e4sst sich hier konstruieren, indem wir uns einmal anschauen, was geschieht, wenn wir auf einem Jahrmarkt eine Geisterbahn besuchen: Wir gehen hinein mit der und eben gerade wegen der Erwartung, uns erschrecken zu lassen (und Erschrecken ist letztlich nichts anderes als akuter Stress). Wir rechnen also mit dem Schrecken und entscheiden uns bewusst daf\u00fcr, haben also unser Schicksal in diesem Moment selbst in der Hand \u2013 Ganz im Gegensatz etwa zu jenen, die im Zuge der sog. \u201eHorrorclown-Welle\u201c 2016 v\u00f6llig unerwartet und ungewollt in einer allt\u00e4glichen Situation von sich bedrohlich geb\u00e4rdenden Kost\u00fcmierten \u00fcberrascht wurden und dadurch in mehreren dokumentierten F\u00e4llen ein Trauma erlitten oder im Nachgang eine Angstst\u00f6rung entwickelten.<\/p></p><p>Positiver Stress ist f\u00fcr uns insofern meist mit Ereignissen verbunden, die f\u00fcr uns vorhersehbar sind und die wir uns selbst aussuchen, auch weil wir davon ausgehen, dass wir damit zumindest gut zurechtkommen oder sie sogar als angenehm erleben werden. Ein positives Stresserleben hat also viel mit uneren Erwartungen an eine Situation zu tun.\u00a0<\/p></p><p>Kombiniert sind die Situationsfaktoren daher schlie\u00dflich noch zu betrachten mit sog. <em>Resilienzfaktoren<\/em>, kurz gesagt, mit der psychischen Widerstandsf\u00e4higkeit einer Person. Kann jemand auch unter schwierigen Bedingungen innerlich stabil bleiben bzw. immer wieder in seine innere Balance zur\u00fcckfinden, optimistisch in die Zukunft blicken und Herausforderungen im Gro\u00dfen und Ganzen als bew\u00e4ltigbar einsch\u00e4tzen, so w\u00fcrde man ihn als resilient (von lateinisch <em>resilire<\/em> = zur\u00fcckspringen, abprallen) bezeichnen.<\/p><p>Negativer Disstress entsteht zusammengefasst also umso eher, wenn<\/p></p><ol class='\"wp-block-list\"'><li>man sich Herausforderungen nicht aussuchen kann, sondern diese von au\u00dfen, schlimmstenfalls gegen den eigenen Willen, auferlegt werden.<\/li></li><li>sich eine stressige Situation sehr pl\u00f6tzlich ergibt, ohne dass man Zeit hatte, sich darauf mental vorzubereiten.<\/li></li><li>die Gesamtsituation, im Rahmen derer die Stressreaktion stattfindet, als negativ empfunden wird.<\/li></li><li>eine Person von ihrer Pers\u00f6nlichkeit her eher pessimistisch ist und sich das Bew\u00e4ltigen von Schwierigkeiten weniger zutraut.<\/li></li><li>Stress als solcher im Allgemeinen kognitiv negativ bewertet wird.<\/li><\/ol><p>Alle diese Faktoren wirken gleichzeitig und k\u00f6nnen in einem Verh\u00e4ltnis wechselseitiger Verst\u00e4rkung zueinander stehen, was sich im Falle des Disstress-Erlebens schnell in eine Negativ-Spirale verwandeln kann.<\/p></p><p>Umgekehrt k\u00f6nnen wir uns im positiven Sinne stressen (lassen), indem wir<\/p></p><ol class='\"wp-block-list\"'><li>uns bewusst und gezielt Herausforderungen stellen, anstatt etwa zu warten, bis Druck von au\u00dfen und \u201ezwingt\u201c, bestimmte Dinge zu tun.<\/li></li><li>unser Leben so gestalten, dass in der Regel tendenziell Klarheit dar\u00fcber besteht, welche stressigen Situationen auf uns zukommen. Ein gewisses Ma\u00df an Planung und Organisation kann hier hilfreich sein.<\/li></li><li>Situationen, in die wir uns begeben, Dinge, mit denen wir uns befassen oder auch Menschen, mit denen wir uns umgeben, grunds\u00e4tzlich sorgf\u00e4ltig ausw\u00e4hlen und stets eine Art der Selbstf\u00fcrsorge betreiben, die es uns erlaubt, uns m\u00f6glichst wohl zu f\u00fchlen. (Versuchen wir etwa, den Erwartungen Anderer zu entsprechen, anstatt das zu tun, was wir selbst f\u00fcr richtig halten, ist die Wahrscheinlichkeit viel h\u00f6her, dass wir die Gesamtsituation negativ und damit auch Stress als Disstress erleben.)<\/li></li><li>versuchen und uns auch darin trainieren, unsere Aufmerksamkeit in verschiedenen Situationen mehr auf die positiven Dinge zu lenken, sodass die Situation insgesamt als weniger bedrohlich oder unangenehm erlebt wird.<\/li></li><li>unser Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gezielt f\u00f6rdern und ausbauen, sodass wir uns stressigen Situationen eher gewachsen f\u00fchlen und sie uns keine Angst einjagen.<\/li></li><li>aufh\u00f6ren, Stress im Allgemeinen als etwas Schlechtes zu bewerten, das es zu vermeiden gilt. Das Augenmerk auf diejenigen Aspekte zu lenken, die am Stress wichtig und f\u00f6rderlich sind, kann eine M\u00f6glichkeit sein.<\/li><\/ol><p><\/p></p><h3 class='\"wp-block-heading\"'>Welche gesundheitlichen Konsequenzen kann Stress haben?\u00a0<\/h3></h3><p>Grunds\u00e4tzlich kann man davon ausgehen, dass Stress, sofern er nicht allzu h\u00e4ufig auftritt, hinsichtlich seiner langfristigen Auswirkungen auf Organismen eher als positiv oder zumindest neutral einzusch\u00e4tzen ist. Dabei ist die Unterscheidung zwischen Eustress und Disstress noch nicht einmal ein entscheidendes Kriterium. Einzelne Eustress-Erfahrungen sind im aktuellen Erleben nat\u00fcrlich angenehmer als Disstress-Erlebnisse. Allerdings kennt sicher auch jeder das Hochgef\u00fchl, das sich ergibt, wenn akut empfundener (Dis)Stress pl\u00f6tzlich von einem abf\u00e4llt, vielleicht weil man eine herausfordernde Situation, wie etwa eine wichtige Pr\u00fcfung oder einen Sprung vom 10-Meter-Turm im Freibad erfolgreich bew\u00e4ltigt hat. In solchen Momenten werden Gl\u00fcckshormone ausgesch\u00fcttet. Das f\u00fchlt sich gut an und \u201enebenbei\u201c wird hier Resilienz gebildet und gef\u00f6rdert. Man merkt, dass auch schwierige, eher unangenehme Gegebenheiten mittels der eigenen Kompetenzen und Ressourcen gemeistert werden k\u00f6nnen. Das st\u00e4rkt das Selbstvertrauen und schafft eine gute Basis f\u00fcr das Verkraften zuk\u00fcnftiger Disstress-Ereignisse, die allein schon deshalb weniger negativ empfunden werden, weil die stressverursachenden Sachverhalte dann nicht zus\u00e4tzlich mit \u00c4ngsten und Ohnmachtsgef\u00fchlen angereichert werden. Insofern kann man sagen, dass auch vereinzelte und kurzweilige Disstress-Episoden nicht per se etwas Schlechtes sein m\u00fcssen, sondern wir sogar gest\u00e4rkt aus ihnen hervorgehen k\u00f6nnen. Auch wenn es im Moment nichts \u201eSch\u00f6nes\u201c ist \u2013 Wenn wir es hinter uns gebracht haben, k\u00f6nnen wir daraus oft etwas Positives ziehen. Augenblicklicher Disstress beinhaltet auch immer die Chance auf Lernen, Wachstum und Entwicklung. \u00a0\u00a0<\/p></p><p>Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn der Stress dauerhaft anh\u00e4lt. Wenn Zeiten der Anspannung nicht durch Zeiten der Entspannung abgel\u00f6st und ausgeglichen werden, hat das fatale Auswirkungen auf K\u00f6rper, Geist und Seele. Logisch \u2013 denn unser K\u00f6rper reagiert auf Stress, wie gesagt, durch das Herunterfahren kurzfristig entbehrlicher, aber auf l\u00e4ngere Sicht doch ben\u00f6tigter Fuktionen wie beispielsweise Speichelfluss, Verdauung, Immunabwehr, Libido und Wachstum. Daf\u00fcr geht der Blutdruck steil nach oben (wobei allerdings in erster Linie die Skelettmuskulatur durchblutet wird, damit im Falle leichter Verletzungen der Blutverlust geringer ist), die Muskeln im ganzen K\u00f6rper sind stark kontrahiert, und, um uns auf H\u00f6chstleistung zu eichen, wird der Organismus durch einen erh\u00f6hten Zucker- und Fettgehalt im Blut \u201egedoped\u201c. In Anbetracht dieser Um- bzw. Zust\u00e4nde kann es nicht verwundern, dass es von Kopfschmerzen und Erk\u00e4ltungen \u00fcber Gewichtsprobleme und Diabetes bis hin zu Krebs und Herzinfarkt kaum eine somatische Erkrankung gibt, die nicht in irgendeiner Form mit (langfristigem Dauer-) Stress in Verbindung gebracht werden kann. Auch Nacken- und R\u00fcckenschmerzen oder Hautprobleme sind h\u00e4ufige Folgen von Stressbelastung.<\/p></p><p>Auf kognitiver Ebene kommt es bei Dauerstress vor allem zu St\u00f6rungen der Aufmerksamkeit, der Konzentration und des Ged\u00e4chtnisses. Soziale Folgen im Privatleben und erh\u00f6hte Fehlerquoten im beruflichen Kontext verursachen wiederum zus\u00e4tzlichen Stress und verwandeln das Ganze in einen Teufelskreis.<\/p></p><p>Befindet sich das System Mensch schlie\u00dflich permanent in einem Zustand der Alarmbereitschaft, braucht es nach und nach s\u00e4mtliche physische und psychische Energiereserven auf. Man hat das Gef\u00fchl, dass einem einfach alles \u00fcber den Kopf w\u00e4chst. Die Stimmung schwankt zwischen gereizt und verzweifelt. Es kommt zu schweren Schlafst\u00f6rungen. Ersch\u00f6pfung macht sich breit. \u00a0<\/p></p><p><\/p></p><h3 class='\"wp-block-heading\"'>Was kann man gegen Stress und seine Folgen tun?<\/h3></h3><p>Es gibt sehr unterschiedliche Stadien, in denen Menschen mit Stressbelastung Hilfe suchen bzw. anfangen, sich proaktiv mit dem Thema auseineinderzusetzen.<\/p></p><p>Ist bereits ein Burnout, ein Ersch\u00f6pfungssyndrom oder eine andere psychosomatische Erkrankung eingetreten, brauchen Viele erst einmal Ruhe und Erholung, d.h., inneren und am besten auch \u00e4u\u00dferen Abstand zu dem, was als stressverursachend erlebt wird. In Kliniken und Reha-Einrichtungen k\u00f6nnen Patienten k\u00f6rperlich wieder zu Kr\u00e4ften kommen, wobei auch Themen wie Selbstf\u00fcrsorge im Alltag und ein konstruktiver Umgang mit Belastungen zur passenden Zeit mit behandelt werden sollten.<\/p></p><p>Ist die unmittelbare Symptomatik noch nicht ganz so stark ausgepr\u00e4gt, kommen auch eine ambulante Psychotherapie oder ein Coaching in Frage, im Rahmen derer man sich mit der Thematik befassen kann. \u00a0<\/p></p><p>Nat\u00fcrlich kann auch jeder eigenst\u00e4ndig mit seinem Stress arbeiten. In B\u00fcchern, Zeitschriften und Internet finden sich unz\u00e4hlige Tipps zur Stressreduktion im Alltag. Wer sich informiert, kann in Sachen Stressentlastung viel f\u00fcr sich tun, indem er die f\u00fcr sich pers\u00f6nlich geeigneten Strategien herausfindet und diese umsetzt. Hier k\u00f6nnen auch kleinere Verhaltens\u00e4nderungen manchmal gro\u00dfe Wirkung entfalten: Eine kurze Achtsamkeitsmeditation am Morgen, Spazierg\u00e4nge in der Natur oder \u201eLet-it-be-Listen\u201c k\u00f6nnen beispielsweise sinnvolle Tools sein.<\/p></p><p>Eine zeitweilige therapeutische oder beraterische Begleitung empfiehlt sich in jedem Fall dann, wenn Suche oder Umsetzungsversuche in Sachen stressresuzuierender Ma\u00dfnahmen in Eigenregie erfolglos bleiben. In einem professionellen Rahmen kann an den inneren Themen gearbeitet werden, die mit dem Stresserleben zusammenh\u00e4ngen. Auch hier k\u00f6nnen die Ans\u00e4tze vielf\u00e4ltig sein: An manchen Stellen gilt es, \u00c4ngste und Blockaden zu l\u00f6sen, an anderen, eine Akzeptanz zu entwickeln f\u00fcr Umst\u00e4nde, die sich nicht ver\u00e4ndern lassen, und an wieder anderen, zu neuen Bewertungen zu gelangen (sog. <em>Refraimings<\/em>), die die Dinge in einem positiveren Licht beleuchten, was i.d.R. unmittelbar mit einem besseren Gef\u00fchl und mehr Lockerheit einhergeht.<\/p><p>Das Gef\u00e4hrliche an der Arbeit mit dem Stress und eines der gr\u00f6\u00dften Missverst\u00e4ndnisse in dieser Hinsicht ist: Wer <em>gegen<\/em> den Stress zu Felde zieht, hat schon verloren \u2013 Denn die Kampfbereitschaft ist ja genau das, was sich hinter dem Ph\u00e4nomen Stress verbirgt. Der Kampf gegen die Kampfhaltung kommt einem Bek\u00e4mpfen von Feuer mit Feuer gleich. Man entspannt sich nicht, indem man panisch wird, weil man meint, zu viel Stress zu haben. Auch mit diesen Paradoxien und der eventuell (zus\u00e4tzlich zum manifesten Alltagsstress) eigenh\u00e4ndig konstruierten sprichw\u00f6rtlichen Schlinge um den Hals kann und sollte man sich befassen, damit aus Fallstricken Fallnetze und H\u00e4ngematten werden k\u00f6nnen\u2026 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p><hr class='\"wp-block-separator' has-alpha-channel-opacity><p>Prof. Gerald H\u00fcther spricht mit anderen Experten \u00fcber das Thema:<\/p></p><p><a href='\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=yyprOYERFlg\"'>Scobel: Die Stress-Spirale<\/a><\/p><p>Zeitforscher\u00a0Jonas Gei\u00dfler \u00e4u\u00dfert sich zu den Themen Zeit, Druck und Stress:<\/p></p><p><a title='\"http:\/\/www.bz-berlin.de\/panorama\/zeitforscher-let-it-be-listen-statt-zu-to-do-listen\"' href='\"http:\/\/www.bz-berlin.de\/panorama\/zeitforscher-let-it-be-listen-statt-zu-to-do-listen\"' target='\"_blank\"' rel='\"noopener\"'>Zeitforscher r\u00e4t zu Let-it-be-Listen statt To-do-Listen<\/a><\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Stress h\u00f6rt der Spa\u00df auf, so viel ist klar \u2013 Oder..? 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