<p>{"id":203,"date":"2026-05-27T20:59:00","date_gmt":"2026-05-27T20:59:00","guid":{"rendered":"http:\/\/praxis.systemische-praxis-hd.de\/?p=203"},"modified":"2026-06-02T00:50:01","modified_gmt":"2026-06-02T00:50:01","slug":"stress","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/systemische-praxis-hd.de\/en\/stress\/","title":{"rendered":"</p><p>stress&lt;\/p&gt;"},"content":{"rendered":"</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>&lt;\/p&gt;</p><div style='\"height:100px\"' aria-hidden='\"true\"' class='\"wp-block-spacer\"'>&lt;\/div&gt;<p class='\"wp-block-paragraph\"'>Beim Stress h&ouml;rt der Spa&szlig; auf, so viel ist klar &ndash; Oder..?&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Stress ist heutzutage in aller Munde: Kinder haben Schulstress, Arbeitnehmer leiden unter stressbedingtem Burnout, R&uuml;ckenschmerzen oder anderen psychosomatischen Erkrankungen, und der sog. &bdquo;Stresstest&ldquo; ist seit der Bankenkrise und der Wahl zum Wort des Jahres 2011 nicht mehr aus dem deutschen Sprachgebrauch wegzudenken. Aber was verbirgt sich eigentlich hinter dem Ph&auml;nomen Stress und wie kann ein gesunder Umgang damit gefunden werden, der uns erlaubt, ihn (wenn schon) eher positiv als negativ zu erleben?&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Je nachdem, im Rahmen welcher wissenschaftlichen Disziplin man sich mit dem Thema befasst, existieren unterschiedliche Definitionen. Aber selbst innerhalb der Psychologie konnte man sich bis heute nicht auf eine einheitliche Begriffsbestimmung f&uuml;r &bdquo;Stress&ldquo; einigen. Hieran wird bereits im Ansatz erkennbar, wie knifflig die Thematik ist.&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>&lt;\/p&gt;</p><h3 class='\"wp-block-heading\"'>Was bedeutet das &uuml;berhaupt, &bdquo;Stress&ldquo;?&lt;\/h3&gt;</h3><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Nimmt man Bezug auf die bio-psycho-soziale Seite von Stress, so lassen sich die unterschiedlichen stressbezogenen Vorg&auml;nge und Auswirkungen gewisserma&szlig;en bereits von der lateinischen Wortherkunft, dem Verb <em>stringere&lt;\/em&gt; ableiten: Es bedeutet sowohl &bdquo;straff anziehen&ldquo; als auch &bdquo;abstreifen&ldquo;, &bdquo;z&uuml;cken&ldquo; (z.B. eine Waffe), &bdquo;an etwas grenzen&ldquo; oder auch &bdquo;leicht verwunden&ldquo;. Bezogen auf die tats&auml;chlichen Vorg&auml;nge im menschlichen (oder tierischen) Organismus hei&szlig;t das de facto, dass einschneidende Erlebnisse und gewisse Grenz- oder Extremsituationen uns in einen Zustand der Anspannung versetzen, der uns kampfbereit macht und auf der anderen Seite normale Abl&auml;ufe des K&ouml;rpers und des Geistes einschr&auml;nkt bzw. reduziert.&lt;\/p&gt;<p class='\"wp-block-paragraph\"'>Evolution&auml;r betrachtet sicherten die Neurotransmitter <em>Adrenalin&lt;\/em&gt; und <em>Noradrenalin&lt;\/em&gt; unseren Vorfahren das &Uuml;berleben, indem sie in Momenten gro&szlig;er Gefahr daf&uuml;r sorgten, dass s&auml;mtliche K&ouml;rperfunktionen, die nicht unmittelbar f&uuml;r Kampf oder Flucht notwendig waren, auf ein Minimum zur&uuml;ckgefahren und daf&uuml;r die sofort ben&ouml;tigten, wie etwa ein erh&ouml;hter Muskeltonus, maximiert wurden. Auf diese Weise verblieben eher diejenigen Individuen im Gen-Pool der Menschheit, deren Risiko-Alarm-System besonders effektiv arbeitete &ndash; und erhielten so, im Gegensatz zu vielen ihrer eher tiefenentspannten Artgenossen, die Gelegenheit, sich fortzupflanzen und ihren stressanf&auml;lligen Gen-Code an ihre Nachkommen weiterzugeben.&lt;\/p&gt;<p class='\"wp-block-paragraph\"'>Gleichzeitig sind die beiden genannten Stresshormone aber auch in verschiedenerlei Hinsicht mit sog. Gl&uuml;ckshormonen wie Serotonin, Dopamin und Endorphinen verbunden. Dass Stress und Gl&uuml;ck also eng zusammenh&auml;ngen &ndash; Wer h&auml;tte es gedacht?&nbsp;&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>&lt;\/p&gt;</p><h3 class='\"wp-block-heading\"'>Ist Stress immer gleich Stress?&lt;\/h3&gt;</h3><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Wenn wir im Alltag &uuml;ber Stress sprechen, so bezeichnen wir damit in aller Regel ein unsch&ouml;nes Erleben, etwas, das uns in unserem Wohlbefinden beeintr&auml;chtigt und was wir lieber nicht h&auml;tten. Dass Kaffee- und Alkoholkonsum, das Anschauen von Abenteuer- oder Horrorfilmen, das Spielen bestimmter Computerspiele, Achterbahnfahrten, Bungee-Jumping oder gar Verliebtsein rein physiologisch betrachtet prinzipiell die gleichen Effekte hat wie Pr&uuml;fungsstress, Termindruck oder Lampenfieber, ist den Wenigsten bewusst. Dennoch empfinden wir in Situationen der erstgenannten Kategorie den positiven <em>Eustress&lt;\/em&gt; (griechisch <em>eu&lt;\/em&gt; = gut), in den anderen hingegen negativen <em>Disstress&lt;\/em&gt; (griechisch <em>dys&lt;\/em&gt; = schlecht), der l&auml;ngerfristig sogar krank machen kann. Wenn die zugrundliegenden biochemischen Prozesse aber genau die gleichen sind, wie kommt es dann, dass wir nach dem einen streben, es als angenehm erleben, w&auml;hrend wir das andere ablehnen und zu vermeiden suchen?&lt;\/p&gt;<p class='\"wp-block-paragraph\"'>&lt;\/p&gt;</p><h3 class='\"wp-block-heading\"'>Was macht den Unterschied zwischen Eustress und Disstress?&lt;\/h3&gt;</h3><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Inzwischen gibt es eine ganze Reihe an wissenschaftlichen Belegen, die darauf hindeuten, dass es tats&auml;chlich in erster Linie die eigene kognitive Bewertung ist, welche dar&uuml;ber entscheidet, ob Stress emotional als positiv oder negativ erlebt wird. Dies gilt sowohl im Hinblick auf singul&auml;re Ereignisse als auch bezogen auf Stress im Allgemeinen. K&ouml;rperlich gibt es erst einmal keinen Unterschied zwischen einer Panik- und einer Spa&szlig;reaktion. Ob wir in Momenten, in denen die entsprechenden physiologischen Prozesse ablaufen, emotional Freude oder Furcht erleben, h&auml;ngt damit zusammen, wie wir die Situation insgesamt einstufen. Mit einem Fallschirm aus einem Flugzeug zu springen kann f&uuml;r eine Person ein erf&uuml;llendes Ereignis sein, f&uuml;r den sie bereit ist, viel Geld zu bezahlen, f&uuml;r eine andere ein Alptraum, dessen Inhalt schon als Vorstellungsbild den Angstschwei&szlig; auf die Stirn treibt.&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Zwei Faktoren, die in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle zu spielen scheinen, sind die der Berechenbarkeit und des sog. Selbstwirksamkeitserlebens. Ein gutes Beispiel l&auml;sst sich hier konstruieren, indem wir uns einmal anschauen, was geschieht, wenn wir auf einem Jahrmarkt eine Geisterbahn besuchen: Wir gehen hinein mit der und eben gerade wegen der Erwartung, uns erschrecken zu lassen (und Erschrecken ist letztlich nichts anderes als akuter Stress). Wir rechnen also mit dem Schrecken und entscheiden uns bewusst daf&uuml;r, haben also unser Schicksal in diesem Moment selbst in der Hand &ndash; Ganz im Gegensatz etwa zu jenen, die im Zuge der sog. &bdquo;Horrorclown-Welle&ldquo; 2016 v&ouml;llig unerwartet und ungewollt in einer allt&auml;glichen Situation von sich bedrohlich geb&auml;rdenden Kost&uuml;mierten &uuml;berrascht wurden und dadurch in mehreren dokumentierten F&auml;llen ein Trauma erlitten oder im Nachgang eine Angstst&ouml;rung entwickelten.&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Positiver Stress ist f&uuml;r uns insofern meist mit Ereignissen verbunden, die f&uuml;r uns vorhersehbar sind und die wir uns selbst aussuchen, auch weil wir davon ausgehen, dass wir damit zumindest gut zurechtkommen oder sie sogar als angenehm erleben werden. Ein positives Stresserleben hat also viel mit uneren Erwartungen an eine Situation zu tun.&nbsp;&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Kombiniert sind die Situationsfaktoren daher schlie&szlig;lich noch zu betrachten mit sog. <em>Resilienzfaktoren&lt;\/em&gt;, kurz gesagt, mit der psychischen Widerstandsf&auml;higkeit einer Person. Kann jemand auch unter schwierigen Bedingungen innerlich stabil bleiben bzw. immer wieder in seine innere Balance zur&uuml;ckfinden, optimistisch in die Zukunft blicken und Herausforderungen im Gro&szlig;en und Ganzen als bew&auml;ltigbar einsch&auml;tzen, so w&uuml;rde man ihn als resilient (von lateinisch <em>resilire&lt;\/em&gt; = zur&uuml;ckspringen, abprallen) bezeichnen.&lt;\/p&gt;<p class='\"wp-block-paragraph\"'>Negativer Disstress entsteht zusammengefasst also umso eher, wenn&lt;\/p&gt;</p><ol class='\"wp-block-list\"'><li>man sich Herausforderungen nicht aussuchen kann, sondern diese von au&szlig;en, schlimmstenfalls gegen den eigenen Willen, auferlegt werden.&lt;\/li&gt;</li><li>sich eine stressige Situation sehr pl&ouml;tzlich ergibt, ohne dass man Zeit hatte, sich darauf mental vorzubereiten.&lt;\/li&gt;</li><li>die Gesamtsituation, im Rahmen derer die Stressreaktion stattfindet, als negativ empfunden wird.&lt;\/li&gt;</li><li>eine Person von ihrer Pers&ouml;nlichkeit her eher pessimistisch ist und sich das Bew&auml;ltigen von Schwierigkeiten weniger zutraut.&lt;\/li&gt;</li><li>Stress als solcher im Allgemeinen kognitiv negativ bewertet wird.&lt;\/li&gt;&lt;\/ol&gt;<p class='\"wp-block-paragraph\"'>Alle diese Faktoren wirken gleichzeitig und k&ouml;nnen in einem Verh&auml;ltnis wechselseitiger Verst&auml;rkung zueinander stehen, was sich im Falle des Disstress-Erlebens schnell in eine Negativ-Spirale verwandeln kann.&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Umgekehrt k&ouml;nnen wir uns im positiven Sinne stressen (lassen), indem wir&lt;\/p&gt;</p><ol class='\"wp-block-list\"'><li>uns bewusst und gezielt Herausforderungen stellen, anstatt etwa zu warten, bis Druck von au&szlig;en und &bdquo;zwingt&ldquo;, bestimmte Dinge zu tun.&lt;\/li&gt;</li><li>unser Leben so gestalten, dass in der Regel tendenziell Klarheit dar&uuml;ber besteht, welche stressigen Situationen auf uns zukommen. Ein gewisses Ma&szlig; an Planung und Organisation kann hier hilfreich sein.&lt;\/li&gt;</li><li>Situationen, in die wir uns begeben, Dinge, mit denen wir uns befassen oder auch Menschen, mit denen wir uns umgeben, grunds&auml;tzlich sorgf&auml;ltig ausw&auml;hlen und stets eine Art der Selbstf&uuml;rsorge betreiben, die es uns erlaubt, uns m&ouml;glichst wohl zu f&uuml;hlen. (Versuchen wir etwa, den Erwartungen Anderer zu entsprechen, anstatt das zu tun, was wir selbst f&uuml;r richtig halten, ist die Wahrscheinlichkeit viel h&ouml;her, dass wir die Gesamtsituation negativ und damit auch Stress als Disstress erleben.)&lt;\/li&gt;</li><li>versuchen und uns auch darin trainieren, unsere Aufmerksamkeit in verschiedenen Situationen mehr auf die positiven Dinge zu lenken, sodass die Situation insgesamt als weniger bedrohlich oder unangenehm erlebt wird.&lt;\/li&gt;</li><li>unser Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen gezielt f&ouml;rdern und ausbauen, sodass wir uns stressigen Situationen eher gewachsen f&uuml;hlen und sie uns keine Angst einjagen.&lt;\/li&gt;</li><li>aufh&ouml;ren, Stress im Allgemeinen als etwas Schlechtes zu bewerten, das es zu vermeiden gilt. Das Augenmerk auf diejenigen Aspekte zu lenken, die am Stress wichtig und f&ouml;rderlich sind, kann eine M&ouml;glichkeit sein.&lt;\/li&gt;&lt;\/ol&gt;<p class='\"wp-block-paragraph\"'>&lt;\/p&gt;</p><h3 class='\"wp-block-heading\"'>Welche gesundheitlichen Konsequenzen kann Stress haben?&nbsp;&lt;\/h3&gt;</h3><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Grunds&auml;tzlich kann man davon ausgehen, dass Stress, sofern er nicht allzu h&auml;ufig auftritt, hinsichtlich seiner langfristigen Auswirkungen auf Organismen eher als positiv oder zumindest neutral einzusch&auml;tzen ist. Dabei ist die Unterscheidung zwischen Eustress und Disstress noch nicht einmal ein entscheidendes Kriterium. Einzelne Eustress-Erfahrungen sind im aktuellen Erleben nat&uuml;rlich angenehmer als Disstress-Erlebnisse. Allerdings kennt sicher auch jeder das Hochgef&uuml;hl, das sich ergibt, wenn akut empfundener (Dis)Stress pl&ouml;tzlich von einem abf&auml;llt, vielleicht weil man eine herausfordernde Situation, wie etwa eine wichtige Pr&uuml;fung oder einen Sprung vom 10-Meter-Turm im Freibad erfolgreich bew&auml;ltigt hat. In solchen Momenten werden Gl&uuml;ckshormone ausgesch&uuml;ttet. Das f&uuml;hlt sich gut an und &bdquo;nebenbei&ldquo; wird hier Resilienz gebildet und gef&ouml;rdert. Man merkt, dass auch schwierige, eher unangenehme Gegebenheiten mittels der eigenen Kompetenzen und Ressourcen gemeistert werden k&ouml;nnen. Das st&auml;rkt das Selbstvertrauen und schafft eine gute Basis f&uuml;r das Verkraften zuk&uuml;nftiger Disstress-Ereignisse, die allein schon deshalb weniger negativ empfunden werden, weil die stressverursachenden Sachverhalte dann nicht zus&auml;tzlich mit &Auml;ngsten und Ohnmachtsgef&uuml;hlen angereichert werden. Insofern kann man sagen, dass auch vereinzelte und kurzweilige Disstress-Episoden nicht per se etwas Schlechtes sein m&uuml;ssen, sondern wir sogar gest&auml;rkt aus ihnen hervorgehen k&ouml;nnen. Auch wenn es im Moment nichts &bdquo;Sch&ouml;nes&ldquo; ist &ndash; Wenn wir es hinter uns gebracht haben, k&ouml;nnen wir daraus oft etwas Positives ziehen. Augenblicklicher Disstress beinhaltet auch immer die Chance auf Lernen, Wachstum und Entwicklung. &nbsp;&nbsp;&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Ganz anders sieht es hingegen aus, wenn der Stress dauerhaft anh&auml;lt. Wenn Zeiten der Anspannung nicht durch Zeiten der Entspannung abgel&ouml;st und ausgeglichen werden, hat das fatale Auswirkungen auf K&ouml;rper, Geist und Seele. Logisch &ndash; denn unser K&ouml;rper reagiert auf Stress, wie gesagt, durch das Herunterfahren kurzfristig entbehrlicher, aber auf l&auml;ngere Sicht doch ben&ouml;tigter Fuktionen wie beispielsweise Speichelfluss, Verdauung, Immunabwehr, Libido und Wachstum. Daf&uuml;r geht der Blutdruck steil nach oben (wobei allerdings in erster Linie die Skelettmuskulatur durchblutet wird, damit im Falle leichter Verletzungen der Blutverlust geringer ist), die Muskeln im ganzen K&ouml;rper sind stark kontrahiert, und, um uns auf H&ouml;chstleistung zu eichen, wird der Organismus durch einen erh&ouml;hten Zucker- und Fettgehalt im Blut &bdquo;gedoped&ldquo;. In Anbetracht dieser Um- bzw. Zust&auml;nde kann es nicht verwundern, dass es von Kopfschmerzen und Erk&auml;ltungen &uuml;ber Gewichtsprobleme und Diabetes bis hin zu Krebs und Herzinfarkt kaum eine somatische Erkrankung gibt, die nicht in irgendeiner Form mit (langfristigem Dauer-) Stress in Verbindung gebracht werden kann. Auch Nacken- und R&uuml;ckenschmerzen oder Hautprobleme sind h&auml;ufige Folgen von Stressbelastung.&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Auf kognitiver Ebene kommt es bei Dauerstress vor allem zu St&ouml;rungen der Aufmerksamkeit, der Konzentration und des Ged&auml;chtnisses. Soziale Folgen im Privatleben und erh&ouml;hte Fehlerquoten im beruflichen Kontext verursachen wiederum zus&auml;tzlichen Stress und verwandeln das Ganze in einen Teufelskreis.&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Befindet sich das System Mensch schlie&szlig;lich permanent in einem Zustand der Alarmbereitschaft, braucht es nach und nach s&auml;mtliche physische und psychische Energiereserven auf. Man hat das Gef&uuml;hl, dass einem einfach alles &uuml;ber den Kopf w&auml;chst. Die Stimmung schwankt zwischen gereizt und verzweifelt. Es kommt zu schweren Schlafst&ouml;rungen. Ersch&ouml;pfung macht sich breit. &nbsp;&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>&lt;\/p&gt;</p><h3 class='\"wp-block-heading\"'>Was kann man gegen Stress und seine Folgen tun?&lt;\/h3&gt;</h3><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Es gibt sehr unterschiedliche Stadien, in denen Menschen mit Stressbelastung Hilfe suchen bzw. anfangen, sich proaktiv mit dem Thema auseineinderzusetzen.&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Ist bereits ein Burnout, ein Ersch&ouml;pfungssyndrom oder eine andere psychosomatische Erkrankung eingetreten, brauchen Viele erst einmal Ruhe und Erholung, d.h., inneren und am besten auch &auml;u&szlig;eren Abstand zu dem, was als stressverursachend erlebt wird. In Kliniken und Reha-Einrichtungen k&ouml;nnen Patienten k&ouml;rperlich wieder zu Kr&auml;ften kommen, wobei auch Themen wie Selbstf&uuml;rsorge im Alltag und ein konstruktiver Umgang mit Belastungen zur passenden Zeit mit behandelt werden sollten.&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Ist die unmittelbare Symptomatik noch nicht ganz so stark ausgepr&auml;gt, kommen auch eine ambulante Psychotherapie oder ein Coaching in Frage, im Rahmen derer man sich mit der Thematik befassen kann. &nbsp;&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Nat&uuml;rlich kann auch jeder eigenst&auml;ndig mit seinem Stress arbeiten. In B&uuml;chern, Zeitschriften und Internet finden sich unz&auml;hlige Tipps zur Stressreduktion im Alltag. Wer sich informiert, kann in Sachen Stressentlastung viel f&uuml;r sich tun, indem er die f&uuml;r sich pers&ouml;nlich geeigneten Strategien herausfindet und diese umsetzt. Hier k&ouml;nnen auch kleinere Verhaltens&auml;nderungen manchmal gro&szlig;e Wirkung entfalten: Eine kurze Achtsamkeitsmeditation am Morgen, Spazierg&auml;nge in der Natur oder &bdquo;Let-it-be-Listen&ldquo; k&ouml;nnen beispielsweise sinnvolle Tools sein.&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Eine zeitweilige therapeutische oder beraterische Begleitung empfiehlt sich in jedem Fall dann, wenn Suche oder Umsetzungsversuche in Sachen stressresuzuierender Ma&szlig;nahmen in Eigenregie erfolglos bleiben. In einem professionellen Rahmen kann an den inneren Themen gearbeitet werden, die mit dem Stresserleben zusammenh&auml;ngen. Auch hier k&ouml;nnen die Ans&auml;tze vielf&auml;ltig sein: An manchen Stellen gilt es, &Auml;ngste und Blockaden zu l&ouml;sen, an anderen, eine Akzeptanz zu entwickeln f&uuml;r Umst&auml;nde, die sich nicht ver&auml;ndern lassen, und an wieder anderen, zu neuen Bewertungen zu gelangen (sog. <em>Refraimings&lt;\/em&gt;), die die Dinge in einem positiveren Licht beleuchten, was i.d.R. unmittelbar mit einem besseren Gef&uuml;hl und mehr Lockerheit einhergeht.&lt;\/p&gt;<p class='\"wp-block-paragraph\"'>Das Gef&auml;hrliche an der Arbeit mit dem Stress und eines der gr&ouml;&szlig;ten Missverst&auml;ndnisse in dieser Hinsicht ist: Wer <em>gegen&lt;\/em&gt; den Stress zu Felde zieht, hat schon verloren &ndash; Denn die Kampfbereitschaft ist ja genau das, was sich hinter dem Ph&auml;nomen Stress verbirgt. Der Kampf gegen die Kampfhaltung kommt einem Bek&auml;mpfen von Feuer mit Feuer gleich. Man entspannt sich nicht, indem man panisch wird, weil man meint, zu viel Stress zu haben. Auch mit diesen Paradoxien und der eventuell (zus&auml;tzlich zum manifesten Alltagsstress) eigenh&auml;ndig konstruierten sprichw&ouml;rtlichen Schlinge um den Hals kann und sollte man sich befassen, damit aus Fallstricken Fallnetze und H&auml;ngematten werden k&ouml;nnen&hellip; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&lt;\/p&gt;<hr class='\"wp-block-separator' has-alpha-channel-opacity><p class='\"wp-block-paragraph\"'>Prof. Gerald H&uuml;ther spricht mit anderen Experten &uuml;ber das Thema:&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'><a href='\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=yyprOYERFlg\"'>Scobel: Die Stress-Spirale&lt;\/a&gt;&lt;\/p&gt;<p class='\"wp-block-paragraph\"'>Zeitforscher&nbsp;Jonas Gei&szlig;ler &auml;u&szlig;ert sich zu den Themen Zeit, Druck und Stress:&lt;\/p&gt;</p><p class='\"wp-block-paragraph\"'><a title='\"http:\/\/www.bz-berlin.de\/panorama\/zeitforscher-let-it-be-listen-statt-zu-to-do-listen\"' href='\"http:\/\/www.bz-berlin.de\/panorama\/zeitforscher-let-it-be-listen-statt-zu-to-do-listen\"' target='\"_blank\"' rel='\"noopener\"'>Zeitforscher r&auml;t zu Let-it-be-Listen statt To-do-Listen&lt;\/a&gt;&lt;\/p&gt;","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beim Stress h\u00f6rt der Spa\u00df auf, so viel ist klar \u2013 Oder..? 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